Technische Möglichkeiten gegen Kükenschreddern

By 8. November 2018 Allgemein

In Zeiten der wird der Alltag zunehmend vernetzter, Arbeitsschritte automatisiert durch Roboter übernommen und der Mensch zunehmend durch Assistenzsysteme unterstützt. Dies dient dazu, Abläufe zu vereinfachen, zu beschleunigen oder schlicht den Menschen zu entlasten – ob beim Autofahren, durch Sprachassistenten oder im Smart Home. Die Möglichkeiten der Technik wachsen unaufhaltsam, doch wie kann es sein, dass gegen das als alltägliches Problem keine flächendeckende Lösung gefunden wird?

In Deutschland isst jeder im Durchschnitt 230 Eier pro Jahr. Das entspricht einem Gesamtkonsum von rund 19 Milliarden Eiern pro Jahr in Deutschland. Jedoch wird einem ethisch höchst fragwürdigen Thema zu wenig Aufmerksam geschenkt: dem Kükenschreddern. Hierfür hat die bisher noch keine technische Lösung zu bieten, die es zur Marktreife geschafft hat und kostengünstig in möglichst vielen Brütereien angewendet werden kann.

Das Kükenschreddern als unbeachtete Problematik

Hühnereier werden als Frühstückseier, Rührei und Spiegelei verzehrt, stecken jedoch auch in Mayonnaise oder Kuchen. Die Verbindung zu Kükenschreddern hat der Verbraucher aber zumeist nicht im Sinn. Zum einen, weil es sich bei den im Handel befindlichen Eiern nicht um Bruteier handelt und zum anderen, weil das Kükenschreddern als Problematik noch zu wenig Beachtung findet. Weder die Industrie, noch die Politik haben Lösungswege gefunden, um dem Töten von männlichen der Legehennenrasse ein Ende zu bereiten. Das Kükenschreddern ist gängige Praxis in den Brütereien, um die wirtschaftlich unrentablen, männlichen der Legehennenrasse auszusortieren. Sie können im Gegensatz zu den weiblichen später weder Eier legen, noch erreichen sie durch das Ansetzen von zu wenig Fleischmasse das gewünschte Schlachtgewicht. Die männlichen sind demnach für die Wirtschaft unbrauchbar und das Kückenschreddern oder -vergasen eine Methode zur Selektion. Die technischen Ansätze zur Lösung des Problems existieren bereits. Das sogenannte respeggt-Versprechen basiert auf einem patentierten Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Brutei. Damit soll dem Kükenschreddern ein Ende gesetzt werden.

Digitale Geschlechtsbestimmung im Brutei

Die Technologie, die hinter bzw. dem -Verfahren steckt, nutzt endokrinologische Methoden. Mittels der Entnahme von Embryo-Harn werden die Proben auf den Nachweis weiblicher Hormone getestet. Beim Fehlen dieser Hormone wird aus dem Ei durch weiteres Bebrüten ein männliches Küken schlüpfen. Das Verfahren ermöglicht die Unterscheidung der Bruteier hinsichtlich des Geschlechts der Küken, sodass nur weibliche Bruteier ausgebrütet werden und die restlichen Eier auf andere Weise dem Wirtschaftskreislauf zugeführt werden. Das Kükenschreddern kann durch das endokrinologische Verfahren der Geschlechtsbestimmung im befruchteten Brutei somit in Zukunft beendet werden. Dadurch, dass die Bestimmung des Geschlechts im Brutei stattfindet und nicht erst nach dem Schlüpfen der Küken wird das Kükenschreddern oder die Vergasung mit CO2 verhindert. Für die Praxisreife müsste ein solches Verfahren in der Lage sein, mehrere Bruteier in einer relativ kurzen Zeit zu untersuchen. Ebenso sollte die Genauigkeit in der Geschlechtsbestimmung sehr hoch sein. Erst dann kann sich die Technologie als praxistauglich erweisen und in möglichst vielen Brütereien zum Einsatz kommen.

Ausblick: Eine Zukunft ohne Kükenschreddern

Ob in Zukunft das Kükenschreddern beendet und auf die technischen Möglichkeiten in Zeiten der Digitalisierung zurückgegriffen wird, bleibt abzuwarten. Für die Tiere wäre dies jedoch ein wünschenswertes Szenario. Hinsichtlich des Faktors der Wirtschaftlichkeit, welcher oft als Grund für das Kükenschreddern angeführt wird, können personelle Ressourcen eingespart werden, die für das händische Sortieren und Töten anfallen. Mitunter könnte sogar die Geschlechtsbestimmung im Brutei schneller sein, falls eine gleichzeitige Bestimmung mehrerer Bruteier durch digitale Methoden realisierbar ist. Die Geschlechtsbestimmung erspart womöglich Küken den Schredder, sodass die Förderung solcher technologischer Verfahren vorangetrieben werden sollte.

Ursprünglich publiziert auf: 01digital.

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