Bain-Studie zum globalen Luxusmarkt / Die Edelmarken wachsen wieder

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Bain-Studie zum globalen Luxusmarkt / Die Edelmarken wachsen wieder

München (ots) – Das internationale Geschäft mit Luxusgütern und
-erlebnissen legt 2017 um 5 Prozent auf 1.160 Milliarden Euro zu

zu

– Der Kernmarkt für persönliche Luxusgüter wie Kleidung, Parfüm
und Schmuck erzielt einen neuen Umsatzrekord von weltweit 262
Milliarden Euro
– In Europa und Asien floriert das Geschäft mit einem Plus von 6
Prozent
– Nord- und Südamerika zeigen sich mit 2 Prozent Wachstum wenig
dynamisch, der Mittlere Osten stagniert aufgrund der unsicheren
Zukunftsaussichten
– Die hohe Nachfrage junger Luxuskäufer befeuert das Wachstum
besonders stark, der Anteil der Onlineverkäufe von Luxusgütern
wächst 2017 um 24 Prozent

Der Luxusmarkt leuchtet wieder. Nachdem das Geschäft mit
hochpreisigen Waren 2016 leicht zurückgegangen war, verkaufen die
Luxusgüteranbieter dieses Jahr weltweit wieder 5 Prozent mehr
Designprodukte, feinste Lebensmittel und Getränke, Premiumwagen oder
ausgefallene Reisen. Damit erzielt das Luxusgeschäft 2017 weltweit
einen Rekordumsatz von 1.160 Milliarden Euro. Dies hat die
internationale Managementberatung Bain & Company gemeinsam mit dem
italienischen Luxusgüterverband Fondazione Altagamma in der neuesten
Ausgabe der Studie „Luxury Goods Worldwide Market“ ermittelt.

Der größte Posten im Luxusgeschäft, der Verkauf von
Premiumfahrzeugen, ist zuletzt um 6 Prozent auf 489 Milliarden Euro
gewachsen. Das Kerngeschäft mit persönlichen Luxusgütern wie
Kleidung, Lederwaren, Kosmetikartikeln und Schmuck hat um 5 Prozent
auf 262 Milliarden Euro zugelegt. Zunehmender Beliebtheit erfreuen
sich aber auch Luxuserlebnisse wie Hotel- und Restaurantbesuche (plus
4 Prozent), edle Delikatessen (plus 6 Prozent), feinste Weine und
Spirituosen (plus 6 Prozent). First-Class-Kreuzfahrten boomen gar mit
einem Plus von 14 Prozent. Der Absatz von Yachten und
Privatflugzeugen ist hingegen leicht zurückgegangen, der Kunstmarkt
stagniert.

Der Chinaboom geht weiter

„Wir sehen ein sehr robustes Wachstum im Luxusmarkt“, erklärt
Bain-Partner und Luxusgüterexperte Serge Hoffmann. Dabei beruht diese
Dynamik vor allem auf höheren Absatzvolumina, nicht auf
Preissteigerungen. Auch hat die heimische Nachfrage in den einzelnen
Ländern wieder zugenommen. „Das Verhältnis von Inlandskonsum zu den
frenetischen Einkäufen vornehmlich chinesischer Touristen, die von
2010 bis 2014 das Geschäft dominiert haben, ist wieder
ausgeglichener“, stellt Hoffmann fest.

Dennoch haben die Shoppingtrips der Chinesen gerade in Europa das
Wachstum beflügelt. Auf dem alten Kontinent steigerten die
klassischen Luxusmarken ihren Umsatz zuletzt um 6 Prozent auf 87
Milliarden Euro. Der Anteil der Chinesen am globalen Umsatz der
internationalen Luxusanbieter liegt mittlerweile bei rund einem
Drittel. Sie kaufen allerdings zunehmend auch in ihrer Heimat die
hochpreisigen Marken. So ist im Reich der Mitte der Absatz
währungsbereinigt um 15 Prozent auf das recht stattliche Volumen von
20 Milliarden Euro gestiegen. Die übrigen Asiaten kaufen ebenfalls
mehr Luxusprodukte. Der Markt außerhalb von China und Japan hat 2017
um 6 Prozent auf 36 Milliarden Euro zugelegt.

Schwach haben sich dagegen Nord- und Südamerika entwickelt. Diese
Region kommt lediglich auf ein Wachstum von 2 Prozent. Im mit einem
Volumen von 84 Milliarden Euro zweitgrößten Markt kämpfen vor allem
die Warenhäuser mit großen Problemen. Keinerlei Dynamik zeigt der
Mittlere Osten. Die einstigen Shoppingparadiese in den arabischen
Ländern stagnieren wegen der unsicheren wirtschaftlichen Zukunft.

Luxus aus dem

Die Nachfrage junger Erwachsener und Jugendlicher macht
mittlerweile 85 Prozent des Wachstums im Luxusmarkt aus. Die
Generationen Y (von 1980 bis 1999 Geborene) und Z (ab 2000) kaufen
ihre Lieblingsprodukte – etwa Sneaker, Designershirts oder teure
Daunenjacken – gerne im Internet. Insbesondere deshalb sind die
Onlineverkäufe um 24 Prozent nach oben geschnellt. In den USA machen
sie heute bereits nahezu die Hälfte des gesamten Absatzes aus. Immer
mehr Luxusmarken eröffnen nun eigene Onlineshops, denn im Web
erzielen sie fast ein Drittel ihres Umsatzes.

Doch auch der Einzelhandel hat seinen Luxusabsatz um 8 Prozent
steigern können, insbesondere in spezialisierten Boutiquen und
Markenstores. Der Großhandel dagegen verzeichnet nur ein Plus von 3
Prozent, was vor allem auf die globale Krise der Warenhäuser
zurückzuführen ist. Bain-Experte Hoffmann erwartet zwar, dass auch
2025 noch 75 Prozent des Umsatzes mit persönlichen Luxusartikeln in
Läden erwirtschaftet werden. „Definitiv ändern aber muss sich die
Rolle des Geschäfts“, betont er. „Die Marken müssen ihre Präsenz
insgesamt neu erfinden, um über alle Absatzkanäle hinweg ständig im
Kontakt mit den Kunden zu bleiben. Erfolgreiche Marken erzählen
Geschichten und kreieren so eine ganz eigene Welt um ihre Produkte
herum.“

Die Zukunft der Top-Labels

Bain prognostiziert dem Markt für persönliche Luxusgüter auch in
den kommenden drei Jahren ein Wachstum von jährlich 4 bis 5 Prozent.
Die Branche wird demnach 2020 einen Umsatz von rund 300 Milliarden
Euro erzielen. Von dieser Dynamik profitieren wieder mehr
Unternehmen. Entwickelten sich 2016 nur die Hälfte der Top-Marken
positiv, sind es mittlerweile knapp zwei Drittel. Allerdings konnte
nur ein Drittel auch die Gewinne steigern. Tatsache aber ist, dass
Luxusfirmen mit einer durchschnittlichen Umsatzrendite von 19 Prozent
hochprofitabel sind.

Bain-Partner Hoffmann sieht auch in Zukunft gute Chancen für die
Hersteller von Luxusgütern: „Voraussetzung ist jedoch, dass sie sich
auf das neue Lebensgefühl der Millennials einstellen.“

Über die Studie

Seit dem Jahr 2000 untersucht Bain & Company in Zusammenarbeit mit
Fondazione Altagamma – dem führenden italienischen Verband der
Luxusgüterhersteller – den Markt und die Ertragslage von 250 weltweit
führenden Luxusgüterherstellern und -marken. Der
Unternehmensdatenbestand, der unter der Bezeichnung „Luxury Goods
Worldwide Market Observatory“ bekannt ist und jährlich als Studie
veröffentlicht wird, hat sich zu einer führenden und weltweit
beachteten Informationsquelle für die internationale
Luxusgüterindustrie entwickelt.

Bain & Company

Bain & Company ist eine der weltweit führenden
Managementberatungen. Wir unterstützen Unternehmen bei wichtigen
Entscheidungen zu Strategie, Operations, Informationstechnologie,
Organisation, Private Equity, digitale Strategie und Transformation
sowie M&A – und das industrie- wie länderübergreifend. Gemeinsam mit
seinen Kunden arbeitet Bain darauf hin, klare Wettbewerbsvorteile zu
erzielen und damit den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Im
Zentrum der ergebnisorientierten Beratung stehen das Kerngeschäft des
Kunden und Strategien, aus einem starken Kern heraus neue
Wachstumsfelder zu erschließen. Seit unserer Gründung im Jahr 1973
lassen wir uns an den Ergebnissen unserer Beratungsarbeit messen.
Bain unterhält 55 Büros in 36 Ländern und beschäftigt weltweit 7.000
Mitarbeiter, 800 davon im deutschsprachigen Raum. Weiteres zu Bain
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Pressekontakt:
Leila Kunstmann-Seik, Bain & Company Germany, Inc., Karlsplatz 1,
80335 München
E-Mail: leila.kunstmann-seik@bain.com, Tel.: +49 (0)89 5123 1246,
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